Von Katrin Sprycha und Susanne Bauer

Haben Sie auch das Gefühl, dass Kinder manchmal mehr brauchen als die altbewährten Therapiekonzepte?

Die Verbindung aus Musik und Bewegung eignet sich hervorragend als unterstützende Methode in Lernprozessen, besonders in der Sprachförderung und Sprachtherapie.

Denn Musik verbessert nicht nur die Bewegungskoordination, sondern auch die Sprache, welche sich ebenso aus musikalischen Elementen wie Rhythmus, Takt und Melodie zusammensetzt. Musik ist komplex, sodass bei der Wahrnehmung und Verarbeitung von Musik beide Gehirnhälften mit unterschiedlichen Aufgaben aktiv sind. Die rechte Gehirnhälfte erfasst die Grobstruktur der Musik, die linke Hälfte übernimmt bei der Verarbeitung die Feinanalyse. Musikalische Sprachangebote verknüpfen beide Hirnhälften aktiv miteinander.

Werden nun noch Bewegungselemente eingebettet, kommt eine dritte Komponente hinzu, die dies zusätzlich unterstützt. Denn Bewegungsübungen fördern die Integration von Rechts und Links (Lateralität), von Oben und Unten (Zentrierung) und von Vorne und Hinten (Focus).

Diese zentralen Prozesse – die Vernetzung und Zusammenarbeit beider Gehirnhälften –  bilden die Basis für erfolgreiches Lernen und unterstützen somit auch die therapeutische Arbeit mit dem Kind.

 

Verglichen mit einem Hausbau können wir sagen:

Bevor wir am Dach des Hauses der sprachlichen Kompetenz arbeiten, sollten die Grundmauern gefestigt und stabil sein. Dies ist bei vielen unserer kleinen Patienten im Ungleichgewicht. Somit können viele bewerte Sprachtherapiekonzepte noch nicht greifen.

 

Über die Verbindung von Musik, Sprache und Bewegung werden die beiden Gehirnhälften optimal miteinander verknüpft. Nicht aktive Gehirnpotentiale können so integriert und genutzt werden. Wirken alle Dimensionen gut zusammen, ist dies die beste Grundlage für Konzentration und Aufnahmebereitschaft für neue sprachtherapeutische Lerninhalte. Defizite in Konzentration, Aufmerksamkeit und körperliche Bewegungen können ausgeglichen werden, um effektiv sprachlichen Kompetenzen zu fördern.

Unsere eigenen Erfahrungen aus der logopädischen Praxis haben dies bestätigt: Die Freude an der Musik und die Freude an der Bewegung stärkt die Kommunikation. Mit Musik fällt vielen Kinder die Erarbeitung leichter und sie haben Spaß!

So funktioniert das Lernen besonders effektiv, wenn die drei Dimensionen Musik, Sprache und Bewegung gleichmäßig im Gehirn angesprochen werden.

 

Mahli® – das Sprachförderspiel zu Wortschatz, Sprachverständnis, Grammatik, auditive  Wahrnehmung und Mundmotorik setzt genau an diesem Punkt an und verknüpft sprachtherapeutische Ziele mit Musik und einfachen Bewegungseinheiten. Die Förderung von Wortschatz, Sprachverständnis, Grammatik, auditiver Wahrnehmung und Mundmotorik wird in dem Brettspiel mit themengebundenen Liedern und grobmotorischen Bewegungen umgesetzt. Die Melodien der Lieder sind eingängig und animieren zum Zuhören und Mitsingen.

Bild: Spielplan des Sprachförderspiels Mahli®

 

Die einzelnen Themen Bauernhof, Unfall, Zoo, Baustelle und Mundmotorik können als einzelnes Sets gespielt und die verschiedenen logopädischen Förderbereiche im Spiel miteinander verknüpft werden. Musik und Bewegung sind in die Aufgaben eingebunden und wecken die Neugier und das Interesse der Kinder, die kleine Mahli® auf ihren Abenteuern zu begleiten.

Ein Beispiel aus der Praxis:

Lisa, 4,5 Jahre alt hört zum ersten Mal das Lied „Bauer Klaus“ aus dem Set „Bauernhof – im Stall“.  Ab dem zweiten Refrain hat Lisa schon versucht mitzusingen. Gleich zu Anfang stellt Lisa fest, dass ihr Nachbar, auch ein Bauer, er aber Erwin heißt.

Während des Spiels hat Lisa eigene Erlebnisse erzählt, Handlungen erklärt und Fragen zum Thema gestellt. Bei geforderten Bewegungseinheiten hat Lisa eigene Ideen für NEUE Bewegungen vorgemacht. Am Ende der Therapie konnte Lisa die Reihenfolge der Liedgeschichte korrekt aufzählen und freut sich auf die nächste Therapie.

Anhand dieses Beispiels können wir sehen, dass das Mädchen

  • die Situation erlebt und aktiv an der Handlung mitgestaltet
  • ihre Denkprozesse angeregt werden und mit eigenen Ideen die Kommunikation bereichert
  • mit Aufmerksamkeit und Interesse den Spielprozess verfolgt
  • ihr rezeptiver und expressiver Wortschatz gefestigt und erweitert und im freien Erzählen sichtbar wurde

 

Obwohl sich die hier beschriebenen Erfahrungen auf die Sprachtherapie beruhen, ist der Ansatz, Musik und Bewegung in den Lernalltag, zu integrieren, sicherlich auch für Lehrpersonen sehr interessant.

 

 

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