Seit einigen Jahren nimmt die Vielfalt der Kulturen in den Klassenverbänden zu. Verschiedene Muttersprachen, unterschiedliche Prägungen und zum Teil auch Vorurteile der Kinder stellen Lehrkräfte immer wieder vor neue Herausforderungen im Schulalltag. Es ist daher wichtig, die Kinder spielerisch mit den unterschiedlichen Kulturen vertraut zu machen und die interkulturellen Barrieren zu verringern.

Das folgende Spiel kann gerade zu Beginn des Schuljahres beim Kennenlernen der Kinder in einem multikulturellen Klassenverband helfen. Es eignet sich für den Beginn der fünften Klasse, wenn die Kinder sich in einem völlig neuen Umfeld befinden und sich noch nicht gut kennen. Das Spiel soll das Zusammengehörigkeitsgefühl stärken und den Kindern einen Einblick in die Kulturen der Mitschüler/innen verschaffen.

Material: Puzzleteile, Weltkarte und Ball / Ball in Form eines Globus

So funktioniert’s:

Zeichnen Sie zunächst größere Puzzleteile, die ineinander gefügt ein gleichmäßiges Puzzle ergeben oder nutzen Sie unsere Vorlage.

Schneiden Sie die Puzzleteile aus. Es sollten so viele Puzzleteile vorhanden sein, wie sich Kinder in der Klasse befinden. Am Rand wird das Puzzle „ausfransen“, sodass es theoretisch immer weiter ergänzt werden kann. Auf jedes Puzzleteil schreiben Sie dann drei Fragen:

  • Was ist dein Lieblingsgericht in deiner Heimat?
  • Beschreibe ein typisches Fest in deiner Heimat.
  • Nenne eine bekannte Persönlichkeit aus deiner Heimat.

Die Kinder erhalten nun 10 Minuten Zeit zur Vorbereitung der Antworten. Dann nimmt die Lehrkraft einen kleinen Ball (in Form eines Globus) und wirft ihn dem ersten Schüler oder der ersten Schülerin zu. Dieser/diese beantwortet dann die drei Fragen. Die anderen Kinder versuchen zu erraten, aus welchem Land das Kind stammt. Abschließend zeigt das Kind auf dem Globus oder aber auf einer Weltkarte, wo das Land liegt. Dann heftet es sein Puzzleteil an die Tafel und wirft den Ball dem nächsten Kind zu. Dieses beantwortet nun die Fragen und die Schritte werden wiederholt.

Da alle Puzzleteile ineinander greifen, entsteht ein ganzheitliches Bild. Nun fragt die Lehrkraft die Lernenden nach ihrem Eindruck von dem Puzzle an der Tafel in Bezug auf unterschiedliche Kulturen. Wie unterschiedlich sind sie wirklich? Was kann man tun, damit am Ende ein harmonisches Bild entsteht?

Sinn des Puzzles ist die Visualisierung eines Ineinandergreifens unterschiedlicher Kulturen. Das ganzheitliche Weltbild entsteht im Zusammenspiel aller Puzzleteile – aller Kulturen – und das Puzzle wäre nicht vollständig, wenn ein Puzzleteil fehlen würde. In diesem Zusammenhang kann auch das Verständnis von Heimat thematisiert werden. Was ist Heimat? Wie entsteht sie und wie fühlt sie sich an?

Sollte die Klasse bezüglich der Herkunft der Lernenden eher einheitlich sein, lässt sich das Spiel auch auf verschiedene Persönlichkeiten umdeuten. In diesem Falle wird der Zusammengehörigkeitsgedanke gefördert und die gegenseitige und auch Selbstakzeptanz der Mitglieder des Klassenverbandes wird gesteigert.

Die Fragen auf den Puzzleteilen lauten dann:

  • Was ist deine Lieblingsbeschäftigung?
  • Was ist deine Superkraft?
  • Was magst du gar nicht?

In dieser Variante des Spiels geht es darum, dass sich die Lernenden am Anfang der fünften Klasse besser kennenlernen und lernen, die Vielfalt an Persönlichkeiten zu schätzen.

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen einen harmonischen Beginn des neuen Schuljahres.

Die Abbildungen stammen aus der SCHUBI Bilderbox 12010 Und dann?, Illustratorin: Anja Naef.

   

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